Vaskuläre Erkrankungen mit sekundären Endorganschädigungen zählen zu den häufigsten Erkrankungen. Die Hauptorganschädigung betreffen das ZNS (z.B. Schlaganfall), das Herz (z.B. Herzinfarkt, Herzinsuffizienz), Nierenschäden (Dialysebeteiligung) als auch Durchblutungsstörungen der Beine (pAVK). Gemeinsame Ursache ist meistens eine Arteriosklerose durch vaskuläre Risikofaktoren wie Hypertonie, Diabetes, Übergewicht, Nikotin und genetischen Anlagen. Etwa 10 bis 20 % der Patienten mit initialen vaskulären Schädigungen weisen in der Akutphase mindestens eine Beteiligung von zwei Organen auf. Z.B. erleiden Patienten nach Herzinfarkt und Herzstillstand und Reanimation einen hypoxischen Hirnschaden. Beim akuten Schlaganfall sind in über 30 % der Fälle kardiale Ursachen zu sehen, wie z.B. eine Herzrhythmusstörung (Vorhofflimmern). Die Rehabilitation hat den Auftrag, die Reintegration des Patienten in seiner Körperfunktion und sozialen Teilhabe wieder zu erreichen. Bei gleichzeitig zwei Schädigungssystemen sind aber konventionelle Rehaansätze nicht optimal angepaßt. Ziel unserer Projektplanung ist daher, Patienten mit gleichzeitiger Schädigung des Herzens und des Gehirnes einem speziellen Assessment zu unterwerfen und die Rehabilitationsanpassung diesbezüglich durchzuführen.
Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, in einem neuen Konzept und einer eigens dafür eingerichteten Station („Herz- und Hirn-Station“) diese Patienten in beiden Fachrichtungen Kardiologie und Neurologie gleichzeitig zu behandeln und zu rehabilitieren.
In einem Pilotprojekt haben wir diese Station mit dem neuen zweigleisigen Behandlungsansatz bereits erfolgreich erprobt.
Das Konzept der Interdisziplinarität ist auch sehr attraktiv für Ärzte zur Ausbildung Allgemeinmedizin geworden.
Am 24. Februar 2010 stellen wir Ihnen unser Konzept vor und laden Sie ganz herzlich zu unserer Eröffnungsveranstaltung der Herz- und Hirn-Station ein!
Ablauf
Begrüßung:
- 16.00 Uhr Herr Schmitz, Geschäftsführer der MediClin Fachklinik Rhein/Ruhr
- 16.10 Uhr Hr. Voss, AOK (Warum sich die Krankenkassen für „Herz- und Hirn“ interessieren“)
Vorträge:
- 16.15 Uhr Hr. Abele, Vorstand Finanzen der MediClin AG („Innovation in der Reha zu Zeiten der ökonomischen Stringenz: finanzierbar?“)
- 16.30 Uhr Prof. Ringelstein („ Das Strokeunitkonzept in der Schlaganfallversorgung“)
- 16.45 Uhr Prof. Siebler („Reha als Post-Stroke-Unit“)
- 17.00 Uhr Frau Prof. B. Bjarnson-Wehrens („Der Schlaganfall in der kardiologischen Rehabilitation“)
- 17.15 Uhr Prof. Marx („Vorteil einer interdisziplinären (Herz- und Hirn-) Reha“)
- 17.30 Uhr Frau. Dr. B. Mohn, Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe (Anliegen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in der Rehabilitation von Schlaganfall-Patienten)
- 17.45 Uhr Dr. Schäfer, Ärztekammer ( Thema N.N. („Reha im Trend der Allgemeinmedizin“?))
im Anschluß Workshops (Rundgang):
- Neurosonologie (Fr. Möbius, Fr. Cullmann)
- Kardiolabor
- Telemedizin
- Spiegeltherapie (Fr. Weiland)
- Physiotherapie Forced-used (Fr. Becker)
- Ergotherapie/Spiegeltherapie
- Schluckdiagnostik FEES (Dr. Wondzinski/Fr. Becker)
- Neuropsychologie (Hr. Steidle/Hr. Breitkreuz)
- Sprach- und Schluck-Diagnostik - und -Therapie (Fr. Kiendl)
- Repetitive Magnetstimulation (Fr. Nolte/Hr. Muche)
- Dr. Hamacher Schmerz/Botox/Pumpe
- TCM (Fr. Dr. Liu)
- Dialysepraxis (Prof. Marx)
- Echo mit 3D (Hr. Kahlert)
- Bewegungsanalyse (Hr. Egrilidis)
ab 18.00 Uhr Imbiß im Vorraum der Ergotherapie
Ab 19.00 Uhr: „Abend der Offenen Tür“ für Patienten und Angehörige
20.00 Uhr Konzert im Hörsaal für alle