Die klinische Neuropsychologie beschäftigt sich sowohl diagnostisch als auch therapeutisch mit Störungen höherer Hirnfunktionen. Im Mittelpunkt der neuropsychologischen Arbeit stehen die Beziehungen zwischen Art, Ort und Ausmaß der Schädigung des menschlichen Gehirns und den daraus resultierenden Veränderungen der geistigen Leistungsfähigkeit, des Empfindens und Verhaltens.
Wann ist eine neuropsychologische Therapie indiziert?
In allen Fällen von Erkrankungen mit zentralnervösen Symptomen und neurologischen Auswirkungen - z.B. bei Schädelhirnverletzungen, Hirnentzündungen, Hirntumoren oder Schlaganfällen - wenn im Rahmen dieser Erkrankungen neuropsychologische Störungen auftreten:
- Lern- und Gedächtnisstörungen
- Aufmerksamkeitsstörungen
- Störungen der Exekutivfunktionen
- Neglect
- Störungen räumlicher Leistungen
- Zerebrale Sehstörungen
- Apraxie
Was beinhaltet eine neuropsychologische Therapie?
Jede neuropsychologische Therapie basiert auf einer differenzierten Diagnostik und Analyse des individuellen Störungsmusters. Ihre spezifischen und systematischen Behandlungsmethoden verfolgen zwei Hauptziele zur Gewährleistung der möglichst eigenständigen Lebensgestaltung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben:
1. Wiedererlangung der Selbstständigkeit
2. Soziale und berufliche Wiedereingliederung
und basiert auf den Rehabilitationsprinzipien der Restitution (Wiederherstellung einer Funktion), Kompensation (Erlernen von Ersatzstrategien unter Nutzung noch vorhandener Funktionen) und Adaption (Anpassung der Umwelt an die neue Situation des Patienten).
Für eine effiziente Therapieplanung ist ein standardisiertes diagnostisches Vorgehen unerlässlich. Unsere Neuropsychologen wenden dabei Untersuchungsverfahren an, um sichtbares Verhalten, ebenso wie zugrundeliegende geistige Funktionen (z.B. Gedächtnis, Konzentrationsfähigkeit, Stimmungen) zu erheben. Auf dieser Grundlage werden individuell angepasste therapeutische Interventionen entwickelt.
Die MediClin Fachklinik Rhein/Ruhr bietet u.a. an:
- Psychologische Beratung und Therapie von Pat. und Angehörigen zur Krankheitsbewältigung und Prävention, Erlernen von
- Gesundheitsverhalten (Vermittlung von Entspannungstechniken, Raucherentwöhnung, Stressbewältigung)
- Therapie von Aufmerksamkeit/Konzentration/Lernen/Gedächtnis und anderer geistigen Funktionen, in Einzel und Gruppentherapie, auch computergestützt mit neuropsychologischen Therapieprogrammen
- Therapie visueller Wahrnehmungs- und Gesichtsfeldeinschränkungen (u. a. mit ELEX) sowie von Störungen der räumlichen Orientierung und des Halbseitenneglects
- Behandlung von Störungen, die das Rechnen und die Zahlenverarbeitung betreffen
- Verhaltensmodifikation beispielsweise bei Schädigungen des Frontalhirns
- gezielte Diagnostik und Therapie hinsichtlich Erwerbs- und Berufsfähigkeit, Fahrleistungsbeurteilungen, neuropsychologische Begutachtungen.
- Durch den Einsatz psychometrischer Testverfahren kann eine Kontrolle der Therapieeffekte erfolgen.
- Von entscheidender Bedeutung für den Verlauf der Therapie ist die Integration des familiären und beruflichen Umfeldes. Patienten und ggf. Angehörige erfahren dabei qualifizierte psychologische Betreuung.