Krankheitsbild: Schlaganfall

Krankheitsbild: Schlaganfall

Die Rehabilitation nach einem Gehirnschlag ist ein besonderer Schwerpunkt unserer Fachklinik für Neurologie. Ziel ist, ist, dass Sie als Patient Fähigkeiten wiedererlangen, die durch die Erkrankung beeinträchtigt wurden, oder lernen, mit bleibenden Einschränkungen zurechtzukommen.

Was ist ein Schlaganfall (nicht durch Blutung oder Infarkt verursacht)?

Ein Schlaganfall macht sich dadurch bemerkbar, dass der Betroffene unvermittelt verschiedene Funktionen des Körpers nicht mehr ausüben kann: Durch plötzliche Lähmungen kann er nicht mehr gehen, fällt vielleicht sogar hin. Meist kann er eine Körperseite nicht mehr bewegen – ihm fallen Gegenstände aus der Hand, der Mundwinkel hängt schief oder er hat Sprech- oder Sehstörungen.

Die Ursache liegt im Gehirn, weil dort eine Hirnregion nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird: Eine Arterie setzt sich plötzlich zu oder es blutet in das Gehirngewebe ein. Meist gibt es keine Vorboten. Die Folgen sind zunächst, dass der Betroffene sich nicht mehr selbst versorgen kann. Oft kann er nicht einmal mehr Hilfe rufen.

In Deutschland erleiden etwa 200.000 Menschen jährlich einen Schlaganfall. Schlaganfälle sind in Industrieländern die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für bleibende Behinderungen.

Typische Anzeichen eines Schlaganfalls:

  • Taubheitsgefühle
  • Lähmungen
  • Sprach-, Seh- oder Bewusstseinsstörungen
  • Bewusstlosigkeit

Ursachen eines Schlaganfalls

  • Mangeldurchblutung, weil ein Blutgerinnsel ein Gefäß im Gehirn verstopft (in etwa 80 Prozent der Fälle)
  • Blutung in das Hirngewebe (in 20 Prozent der Fälle)

Risikofaktoren

  • anhaltend hoher Blutdruck (und daraus folgende Schädigung von Gefäßwänden)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Arteriosklerose z.B. durch Rauchen
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Bewegungsmangel
  • Familiäre Veranlagungen
  • Lebensalter

Wer gesund lebt, kann sein persönliches Risiko für einen Schlaganfall senken!

Behandlungsphasen nach einem Schlaganfall

Wählen Sie bei Verdacht auf einen Schlaganfall sofort den Notruf 112! Je schneller die Behandlung beginnt, desto besser sind die Überlebenschancen und die Rehabilitationsaussichten.

Die Behandlung nach einem Schlaganfall ist in das sogenannte neurologische Phasenmodell unterteilt:

  • Phase A: Akutbehandlung im Krankenhaus, z.B. auf einer Stroke Unit oder der Intensivstation. Die Ärzte untersuchen, welche Ursache der Schlaganfall hat und welche Hirnregionen betroffen sind. Bei Hirnblutungen ist meistens eine Operation notwendig. Wenn ein Blutgerinnsel ein Gefäß verstopft, versuchen die Ärzte, dieses zu beseitigen: durch die Gabe von Medikamenten, um dieses aufzulösen, oder mit einem Katheter. Der Arzt führt dabei einen dünnen Draht durch die Gefäße an die betroffene Stelle, um das Gerinnsel zu entfernen.
  • Phase B: Frührehabilitation. Nach der Akutversorgung sollte schnellstmöglich die Frührehabilitation beginnen. Viele Patienten müssen zu diesem Zeitpunkt noch intensivmedizinisch betreut werden. Wichtiges Ziel der Frührehabilitation ist es, Komplikationen zu vermeiden; beispielsweise, dass der Patient durch eine Schluckstörung eine Lungenentzündung entwickelt oder sich durch falsche Bewegungen verletzt.
  • Phase C: Die Patienten können bereits aktiv in der Therapie mitarbeiten, müssen aber noch weitgehend medizinisch und pflegerisch betreut werden.
  • Phase D: weitergehende Rehabilitation nach Abschluss der Frühmobilisation
  • Phase E: nachgehende Reha-Leistungen, z.B. berufliche Rehabilitation
  • Phase F: dauerhaft unterstützende Leistungen

So rehabilitieren wir Patienten nach einem Schlaganfall

Die Rehabilitation nach einem Gehirnschlag ist ein besonderer Schwerpunkt unserer Fachklinik für Neurologie. Jedes Jahr behandeln wir stationär mehr als 1.500 Schlaganfallpatienten. Die Klinik ist Mitglied im Schlaganfallverbund Essen, Mitglied der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe und Mitglied der Deutschen Schlaganfallgesellschaft.

Wir behandeln Schlaganfallpatienten der Phasen C und D (siehe Übersicht „Behandlungsphasen“).

Nach Absprache ist im Einzelfall auch eine intensivere Versorgung in der Phase B möglich.

Diagnostik

Am Anfang der Behandlung steht eine Aufnahmeuntersuchung. Zur Eingangsdiagnostik und Therapiekontrolle verfügen wir über alle dazu notwendigen nicht-invasiven (ohne Eingriff durchführbaren) Untersuchungsmethoden, u.a.

  • vaskulärer Ultraschall zur Untersuchung von Blutgefäßen
  • endoskopische Untersuchung der Schluckfunktion
  • Messung der Muskeleigenschaften (Kraft und Schnelligkeit)
  • neurophysiologische Untersuchungen, z.B. der Nervenfunktion
  • neuropsychologische Untersuchungs- und Behandlungsmethoden zur Erfassung und Behandlung von Hirnleistungsstörungen
  • Bei einem Kooperationspartner können wir auch die modernsten Schnittbildgebungen des Gehirns und Rückenmarks mittels Kernspintomografie erstellen.

Wir arbeiten eng mit den zuweisenden Kliniken zusammen. Bei Bedarf stimmen wir uns ab mit den Ärzten und Spezialisten, die Sie zuvor behandelt haben.

Therapie

Das Ziel der Rehabilitation nach einem Schlaganfall ist, dass Sie als Patient Ihre Fähigkeiten wiedererlangen, die durch die Erkrankung beeinträchtigt wurden, oder lernen, mit bleibenden Einschränkungen zurechtzukommen.

Auf Grundlage einer genauen Diagnose erarbeiten wir für jeden Patienten einen Therapieplan. Dieser ist auf Ihre persönlichen Bedürfnisse abgestimmt.

Während der Therapie arbeiten Spezialisten aus verschiedenen Bereichen in einem Team zusammen:

  • Neurologen, Internisten, Kardiologen, Neurochirurgen, Urologen
  • Ergotherapeuten
  • Physiotherapeuten
  • Sprachtherapeuten
  • Neuropsychologen
  • speziell geschulte Pflegekräfte
  • Sozialdienst

Der Therapieplan umfasst beispielsweise:

  • Training von Aktivitäten des täglichen Lebens, z.B. Haushaltstraining
  • Selbsthilfetraining
  • Wahrnehmungstraining
  • Training der Feinmotorik
  • Gangtraining mit Sicherung der Balance
  • Hirnleistungstraining
  • computergestützte Sprachtherapie
  • Konditionstraining

Um einer erneuten Erkrankung vorzubeugen, hat die Vorsorge einen wichtigen Stellenwert. In Schulungen lernen Sie, wie Sie mit Ihrer Erkrankung umgehen und Ihr Risiko für einen erneuten Schlaganfall senken – etwa durch Kurse zur gesunden Ernährung, Bewegung und zum Umgang mit Stress oder durch Nichtrauchertraining.

Bei Bedarf bieten wir psychologische Unterstützung zur Krankheitsbewältigung und Vorsorge.

Spezialisierte Angebote

Herz-Hirnstation

Schlaganfallpatienten leiden häufig gleichzeitig unter Herzrhythmusstörungen oder anderen Herzerkrankungen. In der MEDICLIN Fachklinik Rhein/Ruhr versorgen wir Patienten, die gleichzeitig eine kardiologische und neurologische Störung aufweisen, auf einer spezialisierten Herz-Hirn-Station oder in unserer Spezialsprechstunde. Dort arbeiten Kardiologen und Neurologen eng zusammen, ergänzen die Diagnostik und optimieren die Therapie.

Attention Lounge

Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen nach einem Schlaganfall behandeln wir in unserer sogenannten Attention Lounge. Das ist eine Station, in der für diese Störungsbilder geeignete Therapien aufeinander abgestimmt werden.

Armstudio

In einem speziellen Trainingsstudio berücksichtigen wir die besonderen Therapiebedürfnisse zur Verbesserung der Arm-Hand-Funktion mit modernsten Geräten in einer intensiven Betreuung. Mit dem Intensivtraining können wir die Funktion oft schneller verbessern.

Mobility Studio

In dem neu ausgerüsteten Speziallabor versetzen wir Patienten, die noch nicht alleine aufstehen und gehen können, in die Lage, ihre Gehfähigkeit zu steigern. Hierfür nutzen wir ein Trainingsparcours nach modernsten Methoden und mit neuesten Geräten.

Gangstudio

Für Patienten, die bereits gehfähig sind, kombinieren wir besondere Übungen zur Gleichgewichtsregulation und Gangsicherheit.

Aerobes Trainingspaket (MTT)

Auf einer Fläche von 200 qm stehen Ihnen modernste Fitnessgeräte zur Verfügung, die Sie unter therapeutischer Anleitung in einem Übungsprogramm durchlaufen. Ziel ist hier die Konditionssteigerung und das Training gezielter Muskelgruppen.

Sprach- und Kommunikationstraining

In unserer sprachtherapeutischen Abteilung führen wir bei Patienten mit Sprech- und Sprachstörungen (Aphasie) intensivierte Sprachtherapien durch – in Kombination mit der therapeutischen transkraniellen repetitiven Hirnstimulation (rTMS).

Wer Sie behandelt

Prof. Dr. med. Mario Siebler

Prof. Dr. med. Mario Siebler

Chefarzt der Fachklinik für Neurologie

MEDICLIN Fachklinik Rhein/Ruhr

Wie Sie uns kontaktieren können

Martina Haefs

Martina Haefs

Aufnahmesekretariat der Fachklinik für Neurologie

MEDICLIN Fachklinik Rhein/Ruhr